so sieht der heutige Sonntag aus. Sind wohl die Vorboten des Winters.

Hab gestern eine ganz eigenartige und für uns HandarbeiterInnen befremdende Anfrage bzw. Antwort erhalten. Da wollte doch eine "werdende Omi" für ihr Enkerl, das Ende November, Anfang Dezember zur Welt kommt von mir gestrickt - Schal mit Raupe, Schühchen, Handschühchen und Kapuzenjäckchen. Da ich keine Vorstellung habe welche Qualität der Wolle sie will und ich ja wirklich nicht über jedes Knäuel Wolle preislich Bescheid weiss hab ich ihr die Auskunft gegeben, dass sie für Wolle und Arbeit zwischen € 80,-- und € 100,-- rechnen müsse und ich ihr dann das Paket per Nachnahme schicken muss, da die Post von Österreich nach Deutschland sehr teuer ist.

Die Antwort hat mich fast umgehauen:

" das ist zu teuer" - "weil die Kosten der Post nur € 5,-- beträgt".

Was jetzt - ist das eine Antwort auf mein echt nettes und höfliches Angebot? Ich versteh die Welt nicht mehr, hätte ich noch die Chance Oma zu werden, na ja . . . . .ist ein anderes Kapitel.

Ich schicke 2-3x im Jahr ein Paket nach München - und der Preis haut mich fast ein jedesmal um.

War mein Angebot zu teuer? Soll ich meine Ideen, meine Arbeit verschenken? NEIN - ich würde wieder diesen Preis nennen. Das bin ich mir schuldig - AUS PASTA. Bei uns gibts einen schönen Spruch:

"Wer nicht will, der hat schon"!

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Kommentar von Lila am 24. November 2013 um 11:38am

Liebe Stricksogern, Du sprichst mir aus der Seele! Ich glaube auch, dass handgearbeitete Sachen so schlecht bezahlt werden, weil die Preise von manchen kaputt gemacht werden, wenn sie nur für den Wollpreis verkaufen. Das Argument ist dann immer: ich stricke halt gerne. Meine Antwort darauf lautet: viele Menschen machen ihren Beruf auch sehr gerne und mit Leidenschaft, aber sie wollen dafür trotzdem ordentlich bezahlt werden.

Ich bin einfach der Meinung, wer Handarbeit nicht wirklich zu schätzen weiss, hat sie nicht verdient und soll mit Industriemassenware vorlieb nehmen.

LG Lila

Kommentar von Stricksogern am 24. November 2013 um 11:30am

Liebe Friederike, ich kann nur sagen: NICHT ÄRGERN! Das sind die Menschen nicht wert. Oft ist das leichter gesagt, als getan. Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass im weiteren Verwandtenkreis gesagt wurde, ich sollte mal einen Pullover stricken. Da wurde aber gleich darauf spekuliert,  dass ich es umsonst mache, denn das Stricken sei schließlich meine große Leidenschaft.  Ich war so richtig sauer. Nun arbeite ich nur noch für meine Kinder, Enkel und liebe Menschen, die meine Arbeit schätzen können. Leider habe ich festgestellt,  dass auch Strickerinnen ihre Arbeit weit unter Wert verkaufen.  Bei uns im " Handarbeitsgeschäft" hängen Kinderpullover für 8 bis 10 Euro. Da ist ja noch nicht mal die Wolle bezahlt. Solche Leute machen natürlich auch alles kaputt. Ich kann dir nur raten, dass du dich von solchen Frechheiten nicht runterziehen lässt und deine tollen Babysachen an Leute verkaufst, die deine Arbeit schätzen und bezahlen wollen. LG Monika

Kommentar von Lila am 24. November 2013 um 10:01am

Liebe Friederike,

dann soll die werdende Oma halt Billigzeug mit fraglichen chemischen Stoffen, hergesellt unter ausbeuterischen Bedingungen für ihr Enkelkind kaufen.

Ich finde den Preis für ein Babyset nicht zu hoch. Denn erstens hättest Du bestimmt gute Wolle verwendet, zweitens viel Zeit und Herzblut ins Stricken gesteckt und drittens hätte das Enkelchen ein Unikat bekommen. Aber all das scheint dieser werdenden Oma ihr Enkelkind nicht wert zu sein.

Am besten ist es, sich nicht darüber aufzuregen und solchen Leuten zu empfehlen, selber stricken zu lernen.

Und es stimmt, die österreichische Post ist seit ein paar Jahren unter die Raubritter gegangen. Alles was dicker ist als ein normaler Brief muss für sehr viel Geld als Paket versendet werden. Wir in Deutschland haben das Glück, dass wir ins Ausland günstig als Brief International versenden können auch wenn die Ausmaße ein Paket sind.

LG Lila

Kommentar von Ulla am 24. November 2013 um 9:40am

..diese Erfahrung habe ich auch schon oft gemacht...lieber sträkle ich nach meinem Gusto und verschenke meine Werke an liebe Menschen;) Leute die Selbstgemachtes schätzen, zahlen auch den geforderten Preis und noch mehr;) Habe vor einiger Zeit eine Ballerina-Maus für 50 Euro verkauft! hab noch einen 5er obendrauf bekommen;) Unter Preis verkaufe ich meine Werke nicht..denn wie Du schon sagst "Wer nicht will, der hat schon" in diesem Sinne einen schönen Sonntag noch:) LG Ulla

Kommentar von Andrea am 24. November 2013 um 9:21am

Ja, das ist schon nicht schön, wie "Laien" unsere Arbeit bewerten. Trotzdem geht für mich nichts über selbstgemachtes und wenn ich mal selber etwas selbstgemachtes geschenkt bekomme, freut mich das viel mehr als ein teures Geschenk. Deswegen: Kopf hoch und nicht mehr drüber nachdenken!!! Liebe Grüße Andrea

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