Eine nervende und mühsame Arbeit ist es, wenn man sich auf das Handarbeiten freut, loslegen will, und nach ein paar Stichen die Fäden des Wollknäuls nur noch aussehen wie Spaghetti. Entwirren, entknoten. Wer kennt das nicht? Aber was kann man dagegen tun, wenn Wollknäul von Hause aus, so schlecht bzw viel zu locker gewickelt sind und alles auseinanderfällt, wenn man es nur anfässt?

Einige meiner Wollknäul sind solche Exemplare und machen mir immer zu schaffen. Nachdem ich dann ein bis zwei Meter neu gewickelt habe, erscheint ein erster Knoten, der mir verrät, das es sich um zusammengeknotete Wollreste handelt. Toll, was? Und nun das nächste Problem während der Arbeit. Die Fäden spalten sich ständig, bleiben hängen und verhakeln sich ineinander, sodass man nur mühsam Masche für Masche häkeln oder stricken kann. Doch wer auf jeden Cent achten muss, muss dann damit leben. So schön die Farben der "Lisa-Wolle" auch sind, so schlimm sind sie auch. Das fertige Stück noppt sehr schnell und leiert ebenso schnell aus.

Welche Wolle würdet ihr stattdessen empfehlen können, die aber so günstig wie möglich ist?



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Kommentar von Sternchen am 12. Juli 2013 um 4:28pm

Hallo liebe Bredja,

Du hast ja eine ganze Menge geschrieben!

Den Faden der Wolle nehme ich auch immer von außen, da ich dasselbe Problem habe. Inzwischen habe ich nun auch Dank euren vielen Infos, viel über Wolle gelernt und bin nun um ein paar Fragen erleichtert! Nun habe ich auch einige Abstriche gemacht. Meine Wollknäul sind fast alle 100 % Polyacryl.  Viel recherchiert habe ich inzwischen auch und viele Knäul und Preise miteinander verglichen. So stolperte ich über eine Internetseite, wo ich ganz tolle Wolle gefunden habe. Knäuel wickel ich auch immer ganz neu auf, weil das verknotete Zeug während der Handarbeit echt doof ist. Die Knoten in den Käueln sind nur so fest, das ich sie nicht mehr auseinander bekomme, daher muss ich die immer mit einarbeiten und manchmal vernähen. Bei Kleidung, die ich ungern mache, weil es eh nicht klappt, würden die Knoten stören. Bei Grannys z.B. nicht so. Mir sind aber auch schon Knäuel auseinandergefallen, die ich dann wegschmeissen durfte (hab ich mich geärgert, wegen dem Geld), weil die so sehr ineinander verknoten waren, das nichts mehr ging. Einen solchen Salat habe ich noch hier. Vielleicht fotografiere ich das mal und zeige es euch. So eine schöne Wolle und dann landet das ganze Knäuel in den Müll *grrr. Ich hatte auch mal ein Knäuel erwischt, das sechs (!) Anfangsfäden hatte. Ich zog eins nach dem anderen raus! Sowas....tststs. Ich konnte es einfach nicht glauben und habe das auch nie zuvor erlebt. "Russian Join" kenne ich nicht, noch nie davon gehört.

Das sich die Wolle, wie Du geschrieben hast, unter den Nadeln verfilzt, kenne ich auch sehr gut. Mir ist schon oft der Faden gerissen, weil sich das so ineinander verkettelt hat, das nichts mehr ging. Kein vor, kein Zurück. Aufmachen ging auch nicht. Da half nur noch die Schere oder wegschmeissen. Diese Quälerei damit hasse ich wirklich. Aber was solls...Ich denke man kann nur probieren, welche Wolle man am besten für welche Arbeit nimmt.

Aber das Stricken lasse ich nun sein. Ich stricke nie wieder. Ich mache noch meinen Strickschal zu Ende und das wars dann damit. Denn das Stricken habe ich mir schon durch meine eigene Unfähigkeit vermiest. Also nur noch häkeln (wenigstens ein bisschen, die Sachen die ich hinkriege). Der Grund ist einfach: Es soll Spaß machen, aber mir macht es keinen Spaß, sondern bringt mir nur Frust. Künftig häkel ich Grannys oder mal einen Schal (tunesisch häkeln kann ich nicht, nur ein paar einfache Sachen).

Vielen herzlichen Dank Dir, für Deinen langen Beitrag und die ganze Mühe! *drück Dich mal schnell* :)

Liebe Grüße,

Sternchen

Kommentar von Bredja am 5. Juli 2013 um 10:22am

Ich kenne das nicht. Wenn ich den Faden von innen rauspuhle, habe ich auch Knoten und später wird der Knäuel locker und fällt zusammen, das mag ich nicht. Darum nehme ich den Faden immer von außen. Bis zu drei Knoten pro 50g Knäuel sind ok, weil das produktionstechnisch bedingt ist.

Wenn du auf den Preis achten willst, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

- Abstriche beim Material: Synthetikgarne sind in der Regel sehr günstig, allerdings sind sie nicht so atmungsaktiv. Manche nehmen das Garn aber gern für Amigurumi oder auch Häkeldecken. Bei Pullis kann man nachher auch ein Baumwoll-Tshirt drunter ziehen. Immerhin ist es pflegeleicht und trocknet schnell. Auch Schurwollgarne die einen Synthetikanteil über 50% haben sind erheblich billiger als reine Wolle oder mit nur geringer Beimischung. Baumwolle die nicht mercerisiert ist (und daher eine matte und weiche Oberfläche hat) ist auch sehr günstig.

Abstriche bei der Farbe: Modefarben vom letzten Jahr oder Garne die wegen der Farbe aus dem Sortiment genommen werden sind in der Regel günstig zu erhalten. Die Farben sind ja trotzdem noch schön und die Garne haben teils eine gute bis sehr gute Qualität. Allerdings bekommt man wenig Schwarz oder Weiß, weil diese Farben zeitlos sind.

Recherchen beim Einkauf: Es lohnt sich wirklich im Internet zu suchen und Preise verschiedener Händler zu vergleichen. Das hat den Nachteil, dass du die Wolle nicht fühlen kannst vor dem Einkauf. Dafür bekommt man sie aber zur Hälfte oder ein Drittel des Preises im Vergleich zum Wollgeschäft deines Vertrauens. Kuck doch mal auf ebay, da wird Wolle versteigert, setz dir ein Limit, wieviel du maximal für die Wolle ausgeben willst und lass dich nicht hochhandeln. Entweder du kriegst sie für deinen Preis oder eben nicht. Es lohnt sich auch eher mal grössere Mengen auf einmal zu kaufen (z.b. ab 50 oder 100 euro) und dann die Lieferung portofrei zu beziehen.

Wenn du bereits ein lockeres, knotiges Knäuel in deinem Besitz hast, würde ich es nochmal wickeln und dabei jeden Knoten auseinander machen und danach ein neues Knäuel anfangen. Dann siehst du wenigstens wie groß die Stücke im Einzelnen sind und kannst je nach Bedarf ein grosses oder kleines Stück auswählen. Und dann gibt es ja noch die Möglichkeit die Fäden mit "Russian Join" anzusetzen, das sieht man hinterher so gut wie garnicht und man hat keine Fäden zu vernähen.

Wegen dem Aufspiessen: manche Wolle ist besser zum häkeln, andere besser zum Stricken geeignet. Vielleicht kannst du was ändern mit der Qualität der Stricknadeln, lieber Holz oder lieber eine größere Stärke? Ich hatte erst den Fall, dass ich mit einem Mohairgarn einen Schal stricken wollte und überhaupt nicht damit klar kam weil sich die Wolle quasi unter meinen Nadeln verfilzte und das garkeinen Spass machte ständig die Fasern zu reißen, damit ich durchkam.... die selbe Wolle liess sich aber wunderbar zu einem tunesischem Häkelschal verarbeiten... oh Wunder! Probiers einfach mal aus.....

Viel Glück und viel Spass weiterhin beim Stricken,

Bredja

Kommentar von Sternchen am 1. Juli 2013 um 12:33am

Danke für Deine Tips, Elke :)

Ich habe mir einen Wollhalter (so nenne ich es) gebastelt und gleich auch das Fadensalatproblem aus dem Weg geräumt. Lila´s Drehbarer Wollhelfer hat mich drauf gebracht. Da ich aber das Problem habe, das meine Wolle kein Loch hat, sodass ich die irgendwo draufstecken kann, und auch kein Küchenrollenhalter zu finden war, habe ich auch mal rumgetüftelt. Mit ein wenig Bastelarbeit klappt das gut und ich muss mich dann nicht rumplagen.

LG,
*******Sternchen*******

Kommentar von Elke Weber am 24. Juni 2013 um 5:30pm

vielleicht "Spectrum" ist ebenso preiswert, aber ziemlich gut in der Qualität. OK - ich würde sie nicht für Klamotten verwenden, aber meine vielgepriesenen STRIKKE-DUKKER gehen damit prima. Etwas dickeres Garn wäre KingCotton oder wieder bissel feiner Happy - alles nicht so hochpreisig.

Kommentar von Sternchen am 18. Juni 2013 um 9:36pm

Hallo ihr Lieben,

danke euch vielmals für eure hilfreichen Kommentare und die Mühe! *freu
Dann weiß ich ja schon eine ganze Menge, worauf ich so achten kann. Das Gründel nur für Großhändler bestellbar ist, wusste ich nicht. Danke vielmals für die Info, Sockentante Sandra :)

Lila, vielen Dank für Deine ausführliche Info. Das alles ist sehr interessant. Ich habe mich in der Vergangenheit schon des öfteren gefragt, wieso manche Garne (von denen ich auch ein paar habe), so glatt sind und glänzen. :) Die finde ich ja besonders schön. Ich mag aber auch Grande (habs mir gemerkt) und dicke Kuschelwolle, nur nicht unbedingt kratzige Schurwolle (sowieso empfindliche Haut hab). Ich habe auch schon etwas mit Ponponwolle gehäkelt. Die ist auch ganz weich, die ich hab.

Ganz lieb grüßt euch,
eure Sternchen :)

Kommentar von Lila am 18. Juni 2013 um 6:46pm

Liebe Sternchen,

es gibt sehr teure Garne, die gleichzeitig sehr empfindlich sind, das ist aber kein Qualitätsmangel, sondern hängt viel mehr mit der gewünschten Optik am Strick- oder Häkelstück zusammen. Je weniger fest ein Garn verdreht ist, desto weicher ist die Optik und Haptik, aber die Gefahr, dass man es mit der Nadel spaltet ist größer.

Geknotete Stellen bedeuten nicht, dass Reste zusammen geknotet wurden, sondern dass im Produktionsprozeß der Faden gerissen ist und wieder angeknotet wurde. Es kann also bei jedem Garn, egal welcher Preisklasse vorkommen, dass geknotet wurde.

Ich häkle am liebsten mit Baumwollgarn "Catania" oder vergleichbaren Qualitäten

Miami von Red Heart, Limone von Schöller&Stahl, Cotton Quick von Gründel, Handstrickgarn von AZ Garne

Alle genannten Garne liegen zwischen 1,79 € und 2,30 € je 50 g Knäuel

Die Lauflänge ist 125 m / 50 g, 100 % Baumwolle, gasiert und mercerisiert (Behandlung die bewirkt, dass der Faden glatt ist und einen leichten Glanz hat)

Knäuel, die auseinanderfallen hatte ich noch nicht.

LG Lila

Kommentar von Sternchen am 18. Juni 2013 um 6:13pm
Liebe Wassernixe,
liebe Sockentante Sandra,

danke für eure Antworten! Die Peterle merk ich mir und such einfach mal danach. Schachmayr kenne ich, hatte ich bisher aber noch nicht. Das man bei teuren Garnen das mit den Knoten hat, ok. Aber spalten sich die auch so arg und verketteln sich ineinander?

Liebe Grüße an euch beide,

eure Sternchen :)
Kommentar von Wassernixe_62 am 18. Juni 2013 um 5:43pm

Hallo Sternchen.

Ich arbeite fast nur mit Baumwolle. Habe bis vor kurzem Baumwolle der Fa. Peterle verwendet. Ich kaufe das Garn beim Discounter und nicht im Wollladen. Ich finde, dort wo ich kaufe passt das Preis - Leistungsverhältnis. Ich bin jetzt allerdings umgestiegen auf die Schachenmayr Catania Wolle. Die gefällt mir auch gut. Will mich aber mal "schlau" machen, ob es die Peterle auch im Internet zu bestellen gibt.  LG Regina

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