Hallo liebe Mitschafe,

Ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit elizzzas Anleitungen zum Patentstricken beschäftigt - besonders mit dieser hier:

https://www.youtube.com/watch?v=dFPfZM1FKdI

Nun habe ich selbst mal ein kleines Stückchen mit billigem Garn und wenigen Maschen ausprobiert, um zu sehen, ob ich das hinbekomme, denn ich möchte mir gern einen Schal im Patentmuster stricken. Ich bin auch überzeugt, dass ich alles genauso gemacht habe, wie elizzza in ihrer Anleitung, aber das Ergebnis sieht vollkommen anders aus, nämlich so:Ein Patentmuster in elizzzas Videos sieht für mich aber immer aus wie ein glatt rechts-Gestrick, dessen Maschenrippen etwas weiter auseinander liegen, wobei die Lücken auf der einen Seite eine Rippe auf der anderen Seite bedeuten. Das, was ich gestrickt habe, ist zwar sehr voluminös, aber die Maschenrippen sind auf beiden Seiten an der gleichen Stelle. Hat jemand eine Ahnung, was ich falsch gemacht haben könnte?

Danke für Eure Hilfe!

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da hast du aber ein arg kleines Probestueck gemacht :-) Wenn man die Randmaschen noch abzieht, bleibt da nicht viel zum anschaun. Versuchs doch noch mal mit 20 Maschen. Irgendwann in den videos sagt elizzza dann auch, dass das Patentmuster erst so richtig nach der 12. Reihe erkennbar ist.

Also Geduld und nochmal probieren. Die Erklaerungen in den videos sind super, die kann man einfach nicht falsch verstehen.

Ahh das ist mir auch passiert :D Ich kann dir daher erklären was du gemacht hast. Und zwar hast du sicherlich eine links abgehoben und danach eine rechst gestrickt. Es muss aber eine links abgehoben und wieder eine links gestrickt sein. Sah bei mir auch so aus beim ersten Versuch. Hab dannn einfach das so weitergestrickt und ein ganzer schal entstand so.

Hallo an alle,

Sorry für die späte Antwort, aber ich war in den letzten Tagen in der Wildnis Nordnorwegens und quasi ohne Internetverbindung unterwegs...

Zu den vielen Fragen: Ich hatte ein Vollpatent versucht und es mit Umschlägen und nicht mit tiefergestochenen Maschen gestrickt. Wenn ich elizzzas Anleitung richtig verstehe, dann hebt man dort doch abwechselnd links ab und strickt rechts und eben nicht links. Oder habe ich da was falsch verstanden? Vielleicht müsste man noch erwähnen, dass ich Linkshänder bin - aber das sollte da doch eigentlich keinen Einfluss drauf haben...

Hallo nochmal,

Genau so habe ich es doch gemacht. In der ersten Reihe abwechselnd rechts stricken und links mit Umschlag abheben. Und ab dann die Doppelmaschen rechts zusammenstricken und die die einfachen Maschen links mit Umschlag heben. Oder muss ich in der Rückreihe die Doppelmaschen links zusammenstricken?

Hallo nochmal an alle,

Ich habe nochmla ein bisschen rumprobiert und statt mit Umschlägen habe ich es jetzt mal mit tiefgestochenen Maschen probiert. Und siehe da: Es klappt. Ein herrliches, richtig dickes Patentmuster. Jetzt muss ich nur noch schauen, dass ich es auch mit Umschlägen hinbekomme, damit ich auch mal mehrfahrbiges Patent probieren kann. Deswegen nochmal die Frgae. Wie funktioniert das mit den Umschlägen?

Muss man IMMER die einzelnen Maschen mit Umschlag abheben und die doppelten Maschen rechts stricken oder kommt es auf den "Charakter" der Doppelmaschen an, ob man sie links oder rechts strickt? Letzteres geht aus den Anleitungsvideos nämlich nicht hervor.

Hallo nochmal,

Heureka! Ich habe die Lösung für das Problem gefunden. Und wenn man einen Moment darüber nachdenkt, ist das ein tolles Beispiel für die Anwendung des Konzeptes der Chiralität im Alltag!

Das Problem ist ja, dass ich Murks herausbekomme, wenn ich fürs Vollpatent die Doppelmaschen rechts stricke. Mit tiefgestochenen Maschen dagegen funktioniert es. Wenn ich aber die Doppelmaschen (und zwar alle!) links stricke, dann klappt es. Das Patent ist zwar mit tiefgestochenen Maschen dicker und auch etwas regelmäßiger, aber das Muster sieht in beiden Fällen gleich aus. Warum? Die ebenso einfache wie geniale Antwort ist: Ich bin Linkshänder.

Warum sich das jetzt nur auf die eine Methode auswirkt, ein Vollpatent zu stricken aber nicht auf die andere? Nun, um das zu verstehen muss man wissen, was Chiralität ist. Ein Gegenstand ist chiral, wenn er mit seinem Spiegelbild nicht deckungsgleich ist. Die rechte und die linke Hand zum Beispiel sehen aus wie Bild und Spiegelbild, können aber nicht zur Deckung gebracht werden.

Genauso sind auch die Nadelhaltungen eines Linkshänders und eines Rechtshänders zueinander enantiomer. Der Linkshänder arbeitet mit der linken, der Rechtshänder mit der rechten Nadel. Das wirkt sich so lange nicht aus, wie alle Maschen, mit denen man so arbeitet, spiegelsymmetrisch sind. Deswegen kann man als Rechtshänder genauso glatt rechts oder ein Bündchenmuster stricken wie als Linkshänder. Wenn man aber ein Patent mit Umschlägen strickt, dann ist die Doppelmasche nicht mehr spiegelsymmetrisch, weil der Umschlag schräg darüber führt. Auch diese Doppelmasche kann man dann nicht mehr mit ihrem Spiegelbild zur Deckung bringen, genau wie die Nadelhaltung eines Rechts- und eines Linkshänders. Das bedeutet aber, dass es jetzt nicht mehr zwei Kombinationsmöglichkeiten gibt (symmetrische Masche wird vom Links- oder vom Rechtshänder gestrickt, ergibt spiegelbildliche Ergebnisse), sondern vier (immer bezogen auf ein rechts abstricken der Doppelmasche):

  1. Linkshänder strickt Doppelmasche mit Umschlag von vorn nach hinten
  2. Rechtshänder strickt Doppelmasche mit Umschlag von vorn nach hinten
  3. Linkshänder strickt Doppelmasche mit Umschlag von hinten nach vorn
  4. Rechtshänder strickt Doppelmasche mit Umschlag von hinten nach vorn

Wenn ich es richtig übersehe, müssten die Möglichkeiten 1 und 4 spiegelbildliche Ergebnisse ergeben, ebenso die Möglichkeiten 2 und 3. Der Normalfall für den Rechtshänder laut Anleitung von elizza ist Möglichkeit Nummer 2. Als Linkshänder nutze ich aber Möglichkeit Nummer 1. Und weil die Ergebnisse dieser beiden Möglichkeiten nicht spiegelbildlich sind, bekomme ich ein völlig anderes Muster. Dem kann ich entgegenwirken, indem ich die Doppelmasche icht rechts, sondern links stricke.

Warum klappt es aber nun mit den tiefergestochenen Maschen? Ganz einfach: Beim tieferstechen macht man formal das gleiche, wie mit dem Umschlag, die Doppelmasche, die man dann verwendet, ist aber spiegelsymmetrisch. Und deswegen bekommt man ein zum Rechtshänder genau spiegelbildliches Ergebnis heraus.

Der Punkt ist (deswegen hat mich das auch so fasziniert), dass es keinen Unterschied macht, ob man Links- oder Rechtshänder ist, solangfe die Maschen, die man strickt, symmetrisch sind. Das kann man auch auf den Alltag anwenden: Linkshänder brauchen speziell optimierte Scheren, denn eine Schere ist nicht symmetrisch. Spezielle Tassen brauchen Linkshänder aber nicht, denn Tassen sind in der Regel symmetrisch (es sei denn der Designer hat sich einen verwundenen Henkel o.ä. ausgedacht - mein Schwiegervater hat solche Dinger). Als ich meinte, dass die Linkshändigkeit keinen Einfluss darauf hat, hatte ich nicht bedacht, dass die Patentmaschen mit Umschlag nicht symmetrisch sind.

Ich hätte wohl kaum erwähnt, dass ich Linkshänder bin, wenn ich als Linkshänder rechts stricken würde.

Ich bin immer überzeugter von der Idee, ein Buch über Symmetrie im Alltag zu schreiben.

Schade. Dann erfahre ich gar nicht, was das Problem ist.

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