Hallo,

in manchen Anleitungen sind 4 Maschen und in anderen wieder 6-11 Maschen im Fadenring für eine Mütze gehäkelt. Wovon hängt das ab?Kann man nicht generell folgendes machen:
Bei 6 Maschen geht es dann so weiter: 
Rd. 2 = jede zweite M zunehmen
Rd. 3 = jede dritte M
Rd. 4 = jede vierte M
Rd. 5 = jede fünfte M und so weiter, bis der "Deckel" einen entsprechenden Durchmesser hat.
Vielleicht hilft einer der Experten mir, dieses Rätsel zu lösen.
Vielen, vielen Dank
Anne

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Antworten auf diese Diskussion

Liebe Anne, 

ich hab mal in deinem Namen die email als Diskussion eröffnet.

Wieviele Maschen du am Anfang in den Fadenring häkelst ist relativ unabhängig von der Garnstärke und -art.

Vielmehr hängt es davon ab, welchen Winkel du für deine Mütze oben haben willst. Mit 4 Maschen wird die Mütze oben spitzig, wie z.B. bei einer Wichtelmütze oder bei einem Hexenhut. Mit 6 Maschen wird der Anfang flach wie ein Tischdeckchen, die Krümmung entsteht dann erst, wenn du aufhörst mit den Zunahmen. Das ist genaugenommen dann eher eine Topfform: oben flach und an der Seite gerade. Da Wolle aber relativ "geduldig" ist, also sich anpasst, stülpt sich die Oberseite quasi rund über den Kopf und zieht die Kanten glatt. 

Der Mittelweg zwischen beiden Lösungen ist eher die Variante mit 5M in den Ring. Es entsteht von Anfang an eine leichte Wölbung, und wenn man die Kopfform ankuckt ist das ja stimmig. Genaugenommen sieht man aber kaum einen Unterschied zur Variante mit 6M in Ring, da sich die Wolle da eben von alleine so anlegt, dass es eben passt. 

Welche Variante man also wählt hängt zum einen davon ab, welche Mützenform herauskommen soll - z.B. Spitzhut, Baskenmütze oder Headhugger - und zum anderen von dem persönlichen mathematischen Geschick, denn manche rechnen einfach lieber im 5er System als im 6er Einmaleins. Es kann aber auch beeinflusst werden durch die persönlichen Handarbeitskenntnisse oder das nachfolgende Muster.

Ich hoffe das beantwortet im Wesentlichen deine Frage, 

Viel Spass beim Ausprobieren und Handarbeiten wünscht 

eure Bredja

Liebe Bredja,

danke dir sehr für deine ausführliche Erklärung. Habe jetzt mit 6 Maschen angefangen und bis Reihe 8 in 6er Schritten zugenommen, also bis dahin 48 Maschen. Die 9. Reihe ohne Zunahme, die 10. R wieder mit Zunahmen = 54 M. 11 R ohne Zunahme, 12 R mit Zunahme = 60 M. 13. Reihe ohne Zunahme. 14 R Zunahme = 66 M.

Über diese 66 Maschen ohne Zunahmen noch 16-19 Rd. häkeln und dann bin ich sehr gespannt, wie die Mütze ausfällt.

Ich dachte immer, es läge auch am Garn und an der Nadelstärke?????

Die Mütze soll auf keinen Fall oben spitz werden.

Danke nochmals und liebe Grüße

Anne

Liebe Anne,

ich bin schon sehr gespannt auf deine Mütze :)

Es liegt auuuuch *dehn* an Garn und Nadelstärke - aber das spielt nur selten eine Rolle. Die meisten Garne sind in der Maschenprobe ähnlich vom Verhältnis zwischen Höhe und Breite, als Beispiel:

Baumwolle LL 115m Maschenprobe 21R/28M Verhältnis 3 Teile breit und 4 Teile hoch

Sockenwolle 30M/40R Verhältnis 3 Teile breit und 4 Teile hoch

Catania Grande (weils grad bei mir auf dem Schreibtisch liegt) 16M/22R Verhältnis fast das selbe.

Ich denke, die Beispiele reichen. Beim Häkeln mit fM ist es fast genauso. Der Punkt ist, die meisten Garne sind in der Höhe ähnlich wie in der Breite, die meisten ein bisschen höher, manche sind ein bisschen niedriger (selten).  

Dazu kommt aber, daß Wolle elastisch ist und sich in die eine oder andere Richtung dehnen lässt. Hast du schon mal versucht eine Maschenprobe mit dem Lineal zu messen und bist dabei auf der Suche nach einem eindeutigen Ergebnis verzweifelt, weil das Probestück sich einmal in der Höhe und einmal in der Breite mehr dehnt, je nach dem wie es grad auf dem Tisch liegt? Also ich schon... *g*

Soviel zur Garnstärke. Bei einer anderen Nadelstärke verändern sich die Maschen sowohl in der Höhe, als auch in der Breite, so dass das Verhältnis wieder gleich bleibt.

Fazit: Beim Zunehmen im 4er oder 5er oder 6er Rythmus kommst du auf einen bestimmten Winkel, der (fast) unabhängig von der Garn- und Nadelstärke (quasi) immer der selbe ist. Ausnahmen bestätigen aber die Regel *fg*

Häkelt man halbe oder ganze Stäbchen verändert sich das Breite-Höhe-Maschenverhältnis und dann fängt man auch mit einer anderen Anzahl an, häufig mit 8 bis 10 hlb. Stb. oder 12 Ganzen.

Liebe Grüsse,

Bredja

Hallo Bredja,

tausend Dank für deine ausführliche Beschreibung, sehr nett von dir.

War heute in unserem kleinen Wollgeschäft und habe dort in ein Häkelbuch geschaut. Die fangen dort, egal welche Wolle und Nadel, immer mit 4 LM an, statt Fadenring. Dann 11 halbe Stäbchen. Also fast alle Mützen sind gleich. Etwa ab der 4. Rd. ändern sich die Zunahmen schon mal.

Muss gleich mal schauen, wie ich das Foto von meiner Mütze + Schal hier wieder ins Forum gestellt bekomme.

Dir einen schönen Abend und

liebe Grüße

Anne

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